Am Freitag, den 15. August 2003 um 13.51 Uhr löste die Polizeiinspektion Kötzting Alarmstufe 2 für die Feuerwehren um Hohenwarth aus, da ein Waldbrand am Kaitersberg zwischen der "Kötztinger Hütte" und den sogenannten Rauchröhren gemeldet wurde.
Da hinsichtlich der Anfahrt nicht genau bekannt war, ob der Brand über die Einöde Hudlach oder über die südliche Bergseite bei Traidersdorf besser zu erreichen sei, wurden auch die Feuerwehr Traidersdorf und aus dem Landkreis Regen die Wehren aus Viechtach, Wiesing, Arnbruck, Drachselsried und Niederndorf alarmiert. Auch einige Landwirte aus dem Bereich Traidersdorf und Niederndorf befüllten ihre Güllefässer mit Wasser und fuhren in Richtung Brandort.
Kreisbrandinspektor Michael Stahl der als einer der ersten am Einsatzort war, koordinierte und leitete den Einsatz, welcher sich als sehr schwierig erwies.
Der Brandort lag ca. 600 m östlich der "Kötztinger Hütte", an einer direkt unter dem Bergkamm nach Süden steil abfallenden Felswand an dem das Feuer auf eine Fläche von ca. 400 qm im trockenen Gras und den bodendeckenden Pflanzen Nahrung fand.
Die Zufahrt über Hudlach zum Bergkamm erfolgt über einen geschotterten Weg, der aufgrund der immensen Steigung nicht von jedem Fahrzeuge befahren werden kann. Als weitere Schwierigkeit mussten alle Einsatzgegenstände wie Schläuche, Tragkraftspritzen und Kleingeräte von dort noch ca. 500 m nur über einen Wanderweg zum Brandort getragen werden.
Als Wasserversorgung dienten als erstes die wasserführenden Fahrzeuge aus Arrach und Haibühl-Ottenzell von denen aus eine B-Leitung zum Brandherd verlegt wurde. Mit der Hochdruck-Schaumanlage (CAFS) der FF Arrach wurde der Brand zunächst mit einem C-Rohr bekämpft. Besondere Probleme bereitete dabei die steil abfallende Felswand, da die Löschmaßnahmen nur unter größter Aufmerksamkeit vorgenommen werden konnte, da sonst mit einem Absturz zu rechnen war.
In der Zwischenzeit wurde von einem kleinen Weiher bei Hudlach eine B-Leitung entlang des Zufahrtsweges zum Bergkamm verlegt und ein weiteres CAFS-Rohr an der Westseite des Brandherdes vorgenommen, wobei die Strahlrohrführer mittels Leinen von den Kameraden gesichert wurden.
Auch der Flugbeobachter aus Cham wurde alarmiert und überflog das Gebiet einige Male, wobei er keine weitere Ausbreitung der Flammen über den bereits bekannten Umfang feststellen konnte. Um die Ausbreitung zu unterbinden und auch von der Ostseite eine wirksame Brandbekämpfung vornehmen zu können, wurde eine weitere B-Leitung verlegt und zwei C-Rohre mit Wasser eingesetzt. Nach etwa einer Stunde war das Feuer unter Kontrolle und es wurde begonnen mit Schaufeln und Äxten den Boden im Bereich des Brandherdes aufzugraben, um eventuelle Glutnester in den Felsspalten bekämpfen zu können.
Auch von der südlichen Seite erfolgte der Aufbau einer Wasserversorgung, die aber aufgrund des guten Löscherfolges nicht mehr vollendet werden musste.
Auch sechs Bauern aus Hohenwarth, Ottenzell, Simpering und Thenhof fuhren unermüdlich mit ihren Güllefässern Wasser aus Hohenwarth zu dem kleinen Weiher in Hudlach, der sonst unweigerlich nach kurzer Zeit bereits leer gewesen wäre. Mittels diesem Pendeldienst wurden mehr als 66.000 Liter Löschwasser zum Brandort gebracht.
Neben den Feuerwehren wurde auch die Bergwachtbereitschaft aus Lam zum Kaitersberg gerufen. Die Kameraden seilten sich an der Felswand ab und überprüften die Umgebung auf unentdeckte Brandnester. Kreisbrandrat Hans Weber und die Kreisbrandmeister Reinhard Kollmer und Heinz Schötz waren ebenfalls an die Brandstelle geeilt und koordinierten die verschiedenen Einsatzabschnitte. Um ca. 17 Uhr wurde die Förderleitung aus Hudlach abgebaut, nicht ohne zwei Faltbehälter am Bergkipfel vorher mit Löschwasser gefüllt zurück zu lassen, damit die FF Hohenwarth eine wirksame Brandwache durchführen konnte.
KBR Weber dankte auch im Namen des Landrates Theo Zellner, welcher durch ihn über den Einsatz auf dem Laufenden gehalten wurde, allen Einsatzkräften für ihre sehr anstrengende und nicht ungefährliche Arbeit.
Der Umstand, dass der Brand so frühzeitig erkannt wurde und sich auf felsigen Boden beschränkte, stellt einen besonderen Glücksfall dar. Würde sich das Feuer auf den angrenzenden Wald ausgedehnt haben, wäre wohl ein großflächiger Waldbrand die Folge gewesen, welcher sich aber aufgrund der örtlichen Verhältnisse nur sehr schwer eindämmen ließe.
Die Brandursache war noch nicht bekannt, es muss jedoch von einer fahrlässigen Brandstiftung ausgegangen werden.
Bericht und Bilder von der Seite des KBI-Bereiches Kötzting