Am 19. November 2022 bildeten sich Aktive unserer Wehr gemeinsam mit Kameraden der FF Miltach gemeinsam weiter, in Theorie und Praxis wurde der richtige Schaumeinsatz gelehrt und geübt.
Mit Stefan Schmid von der Feuerwehr Arrach, der schon seit geraumer Zeit als Ausbilder mit dem sogenannten „Schaumtrainer“ solche Ausbildungen durchgeführt, konnte ein kompetenter Referent gewonnen werden. Beim theoretischen Teil im Schulungsraum unseres Gerätehauses brachte er den insgesamt 13 Teilnehmern nahe, dass beispielsweise die wesentliche Löschwirkung von Schaum in der Trennwirkung beziehungsweise dem Verdrängungseffekt liege, wobei verhindert wird, dass der Sauerstoff aus der Luft den brennbaren Stoff erreicht. Daneben setzt Schaummittel die Oberflächenspannung des Wassers herab, weshalb es leichter in das Brandgut eindringen kann und damit eine bessere Tiefenwirkung und somit ein stärkerer Kühleffekt erreicht wird, ließ Schmid wissen. Auch ging er auf die je Brandart zu verwendenden unterschiedlichen Schaummittel ein, wobei die umweltschädlichen, fluorhaltigen Mittel bei den Feuerwehren im Landkreis Cham nicht mehr benutzt werden. Die mittlerweile im Gebrauch befindlichen sind allesamt biologisch abbaubar und zeigen sich auch im Kläranlagenbetrieb problemlos. Das Schaummittel wird, mittels unterschiedlicher Gerätschaften der Feuerwehren, als reines Netzmittel oder zur Erzeugung von Schwer- und Mittelschaum verwendet. Dabei hat Schwerschaum den Vorteil der größeren Wurfweite bei deutlich weniger Schaumvolumen gegenüber dem Mittelschaum.
Beim zweiten Teil der Ausbildung konnten die Teilnehmer in der Praxis den Einsatz von Schaum selbst üben. Dazu hat der Landkreis Cham von der Versicherungskammer Bayern vor einigen Jahren bereits einen Schaumtrainer zur Verfügung gestellt bekommen. Hierbei handelt es sich um eine Miniatur-Schaum-Übungsanlage im Maßstab 1:10, welche alle für einen Schaumeinsatz notwendigen Einsatzmittel und Gerätschaften beinhaltet, um Schwer- sowie Mittelschaum zu erzeugen. Zu Beginn mussten die Teilnehmer drei unterschiedliche Schaummittel-Wassergemische, gemäß den Datenblättern der Schaummittelhersteller, in Eimern zusammenmischen. In einer Stahlwanne wurde ein Benzin-Diesel-Gemisch entzündet und anschließend mit den verkleinerten Schaumrohren abgelöscht. Dabei vermittelte der Ausbilder erneut - diesmal in der Praxis - die richtige Löschtechnik und -taktik. So solle bereits zum Einsatzbeginn möglichst viel Schaum erzeugt werden, da die hohe Brandhitze den Schaum anfangs zerstört. Weiterhin sollte der Schaumteppich möglichst gleichmäßig und statisch erzeugt und förmlich auf eine brennende Flüssigkeit "aufgeschoben" werden, so Ausbilder Schmid. Im nächsten Versuch wurde Ethanol entzündet und anfangs wiederum mit einem normalen Schaummittel bekämpft. Hier zeigte sich eine deutlich schlechtere Löschwirkung gegenüber dem ersten Versuch. Mit einem speziellen Schaummittel für Brände von alkoholhaltigen Flüssigkeiten konnte augenscheinlich ein schnellerer und effektiverer Löscherfolg erzielt werden. Somit zeige sich, dass es wichtig sei, welches Mittel für welchen Brand eingesetzt wird, so Stefan Schmid. In weiteren Versuchen wurde die nachteilige Auswirkung auf den Schaumeinsatz bei der Flutung von geschlossenen Räumen oder bei rauchhaltiger Umgebungsluft gezeigt. Abschließend wurde die positive Wirkung von geringen Mengen Schaummittel als Wasserzusatz für Feststoffbrände vorgeführt. Hierzu wurden zwei kleine Holzstöße angezündet und mit jeweils einer kleinen Pumpflasche gelöscht. Dabei enthielt eine lediglich Wasser, während die zweite mit einem Netzmittel-Wasser-Gemisch gefüllt war. Da die Miniaturanlage quasi mit einem Laborteil des erforderlichen Schaummittels auskommt, bleibt das Üben, auch bei mehreren Durchgängen, ressourcenschonend und umweltgerecht. Die verwendeten Materialien und brennbaren Flüssigkeiten wurden schließlich in Behälter abgefüllt, um umweltschonend entsorgt zu werden.