Ein besonderes Übungsobjekt hatten Führungskräfte der FF Blaibach für die Gemeinschaftsübung der Feuerwehren des KBM-Bereiches Miltach am 24. September 2004 ausgewählt.
Angenommen wurde ein Gasaustritt beim Betanken eines Gastanklastwagens bei der Firma KS-Gas im Gewerbegebiet Kreuzbach. Um 19.30 Uhr wurden dazu die Feuerwehren Blaibach, Miltach, Oberndorf, Eismannsberg, Atrandsberg, Harrling, Zandt, Staning, Chamerau, Lederdorn, Bärndorf, Weißenregen, Kötzting und die Feuerwehr Ruhmannsdorf aus dem Nachbarlandkreis Regen von der Feuerwehreinsatzzentrale Kötzting alarmiert.
Vom Kommandanten der FF Blaibach erfolgte dann die weitere Einweisung der Feuerwehren, wobei der Hauptaugenmerk auf die mögliche Explosionsgefahr durch das ausgetretene Gas lag. So wurden die Einsatzfahrzeuge der FF Blaibach auf der Staatsstraße 2140 ca. 100 Meter vom Einsatzobjekt entfernt abgestellt. Während sich ein Trupp unter Atemschutz mit Hitzeschutzanzügen auf den Weg machte, einen Verletzten aus dem Gefahrenbereich des Tankwagens zu retten, wurden die Straßen um das Einsatzgebiet gesperrt und der Verkehr weitläufig umgeleitet.
Die FF Bärndorf errichtete eine Wasserentnahme aus dem Kreuzbach zur Einspeisung in die Sprühwasseranlage über dem Abfüllplatz des Tankwagens.
Unterdessen wurden von den nachrückenden Wehren insgesamt 6 B-Leitungen vom Regen zum Kreuzungsbereich der Staatstraße und damit bis zum festgelegten Gefahrenbereich erstellt.
Von hier wurde die Wasserversorgung zu den drei Wasserwerfern, welche westlich des Übungsgrundstückes in Stellung gebracht wurden, von Atemschutzgeräteträgern unter Hitzeschutz vorgenommen.
Bei der Übung wurde als besondere Problematik das Fehlen einer größeren Anzahl von Hitzeschutzanzügen erkannt, da nur vier Vollanzüge und einige Hitzeschutz-Ponchos vorhanden waren, weshalb für die vielfältigen Aufgaben im Gefahrenbereich zu wenig Personal zur Verfügung stand. Zusätzlich konnten die Feuerwehrkameraden wegen der Dunkelheit und den goldbedampften Schutzgläsern dieser Anzüge die Umgebung nur sehr schwer wahrnehmen, was ebenfalls zu Zeitverzögerungen führte.
Aus diesen Gründen konnten die notwendigen Schutzmaßnahmen, z.B. das Schließen von Gasventilen, die Beseitigung bzw. Abschaltung von Zündquellen, die Kühlung der offenen Gastanks und das Verschließen von Kanaleinläufen erst nach und nach in Angriff genommen werden, was bei einem tatsächlichen Einsatz in Hinblick auf das Gefahrenpotential völlig unakzeptabel wäre.
So wurden die Problempunkte auch von den Führungskräften der Feuerwehren (KBR Johann Weber, KBI Michael Stahl, KBM Andreas Bergbauer und dem Kommandanten Hans Seiderer) bei der Abschlussbesprechung genau angesprochen. Man war sich einig, dass diese Übung dazu beitragen kann und muss, die festgestellten Schwierigkeiten gezielt zu hinterfragen und Wege für die Beseitigung zu suchen. Die Erkenntnisse müssen dann in einen neu zu erstellenden Einsatzplan einfließen, welcher dann in einer nochmaligen Übung auf die praktikable Umsetzung überprüft werden muss.
Der Bürgermeister der Gemeinde Blaibach Ludwig Baumgartner, zeigte sich beeindruckt von der großen Zahl von Feuerwehrkräften, welche an dieser Übung teilnahmen und dankte diesen für ihre Arbeit.
(Bericht und Bilder von Fabian Fischer, Webmaster Webseite der Inspektion Kötzting)