Multicopter ("Drohne") offiziell übergeben

Multicopter ("Drohne") offiziell übergeben

Egal, ob ein Großbrand oder die Suche nach einer vermissten Person die Feuerwehren im Landkreis Cham auf den Plan ruft – bei der Freiwilligen Feuerwehr Blaibach ist seit kurzem ein modernes Hightech-Einsatzmittel stationiert, dass bei entsprechenden Schadenslagen im gesamten Landkreis Cham eingesetzt werden kann.

Die Rede ist von einem Multicopter – umgangssprachlich auch „Drohne“ genannt - der im Rahmen eines Forschungsprojekts aus Fördermitteln beschafft und am 12. August 2022 von Landrat Franz Löffler, im Beisein von Kreisbrandrat Michael Stahl und zahlreichen Ehrengästen, an die Freiwillige Feuerwehr Blaibach zur weiteren Nutzung übergeben wurde. Herzstück der Ausstattung ist neben dem Fluggerät selber (eine DJI Matrice M300 RTK) die angebaute Kamera, die mit ihren hochauflösenden Objektiven gleichzeitig Weitwinkel-, Zoom-, und Thermalaufnahmen speichern und übertragen kann. Neben zwei Controllern zur Bedienung des Multicopters stehen mehrere Reserveakkus, Nachtflugbeleuchtung und ein Schnellladekoffer zur Verfügung. Ergänzt wird das Equipment durch einen leistungsfähigen LED-Scheinwerfer, der zusätzlich zur Kamera an den Multicopter angebaut werden kann. Dadurch können auch bei Dunkelheit entsprechende Aufnahmen – zum Beispiel bei der Suche nach vermissten Personen – gemacht werden.

Um die neue Technik sicher und gezielt in den Einsatz zu bringen wurden bisher 15 Feuerwehrdienstleistende – die nebenbei auch ihren normalen Feuerwehrdienst ableisten – zusätzlich zu sogenannten Fernpiloten ausgebildet. Neben der offiziellen Absolvierung des sogenannten „kleinen Drohnenführerscheins“ standen bisher rund 1.000 weitere Stunden an Ausbildung am Fluggerät und vielen Praxisübungen auf dem Dienstplan. Weitere Piloten befinden sich derzeit in der Ausbildung. Das ist notwendig um eine jederzeitige Einsatzbereitschaft der komplexen Technik gewährleisten zu können.

Bei verschiedensten Einsatzszenarien kann der Multicopter die Arbeit der Einsatzkräfte vor Ort unterstützen und erleichtern. Denkbar ist zum einen der Einsatz bei Personensuchen, wo aus der Luft – auch bei Nacht mithilfe der integrierten Wärmebildkamera – nach Personen gesucht werden kann. Große Freiflächen können somit innerhalb kurzer Zeit abgesucht werden und müssen nicht fußläufig von bodengebundenen Einsatzkräften abgesucht werden. Natürlich gibt es auch Einsatzgrenzen – bei dicht bewaldeten Suchgebieten ist nach wie vor die Bodensuche das Mittel der Wahl. Aber der Mix verschiedener Einsatztechniken führt oftmals zum Erfolg. Auch Großbrände und ausgedehnte Vegetations- und Waldbrände sind Aufgaben, bei denen der Multicopter seine Einsatzmöglichkeiten gut in Szene setzen kann. Insbesondere die Aufnahmen aus der Luft geben dem Einsatzleiter innerhalb kürzester Zeit einen umfassenden Überblick über komplexe Lagen. Mittels der Wärmebildkamera können Glut- und Hitzenester schnell und gefahrlos für die Einsatzkräfte vor Ort gefunden werden.

Durch den Anbau weiterer Geräte an den Multicopter lässt sich das Einsatzspektrum stetig erweitern. So ist durch Anbau eines großen Lautsprechers auch ein Einsatz zur Warnung der Bevölkerung oder durch Anbau verschiedener Gasmesssysteme das Aufspüren von gefährlichen Stoffen denkbar.

In den letzten beiden Monaten wurde der Multicopter bereits bei mehreren großen Schadenslagen im Landkreis Cham eingesetzt. Eine Personensuche sowie Einsätze bei mehreren großen Bränden stehen bisher in der Bilanz der Einsatzkräfte. Durchwegs war der Einsatz des Multicopters bei allen bisherigen Schadenslagen eine große Unterstützung für die Einsatzleitung vor Ort. Bei der Übergabe des Multicopters an unsere Wehr zeigte sich Landrat Franz Löffler erfreut und stellte klar: „Es ist unsere Aufgabe, die Sicherheit der Menschen mit dem technisch größtmöglichen Standard zu gewährleisten.“ Diesem Ziel sind die Feuerwehren im Landkreis Cham mit dem neuen Hightech-Einsatzgerät wieder einen großen Schritt nähergekommen.